Heute habe ich endlich mal wieder eine neue Ecke von Los Angeles kennengelernt - Downtown. Dort fand heute das erste Los Angeles Octoberfest statt. Ich war dort zusammen mit meiner Vermieterin für die German World. Von einer gelungenen Organisation kann man dort aber nicht sprechen. Für alle 1700 Gäste (sold out) gab es gerade mal einen kleinen Eingang und jeder wurde auf einer Namensliste abgehakt! Auch wir als arbeitende Presse mussten uns an der langen Schlange anstellen. Unfassbar!
Wenigstens hat jeder Besucher am Eingang einen kleinen und einen großen Bierkrug geschenkt bekommen, genial! Viel zu entdecken gab es dort dann aber nicht. Der Wasen ist mir allemal lieber. Schon allein, dass das Oktoberfest hier in der prallen Sonne mittags von 1pm bis 6pm geöffnet hat, ist doch eher kurios. Das kann nur einem Ami einfallen, wobei ein Perser das Fest organisiert hat. Globalisierung olé...
Das Fest fand auf einem leerstehenden Parkplatz statt und es gab noch nicht einmal ein Bierzelt. Auf Bier sind sie trotzdem alle abgefahren, normalen Saft gab es nicht mal zu kaufen! Jedenfalls sind die Amis dann in Lederhosen und Dirndl rumgeschwankt, denn Sitzmöglichkeiten gab es keine einzige, unglaublich! Das Fest war aufgebaut aus vielen kleinen Ständen, ählich von einem Imbiss. Dort gab es dann Bier, Jägermeister und Original-Brezeln vom Oktoberfest in München! Tat mal wieder ganz gut, so ne richtige Brezel zu essen. Am einzigen Stand, bei dem es deutsche Bratwürste gab, gab es eine Schlange von mindestens 150 Leuten. Dazu gespielt hat immerhin eine deutsch-amerikanische Brass-Band, die deutsche Schunkellieder zu ihrem besten gaben (Ententanz, 1,2 gsoffa, ...). Wenigstens das war original. :-P
Nachdem meine Vermieterin relativ schnell wieder gegangen ist, bin ich noch etwas geblieben und habe beobachten dürfen, wie die Amis auf Bier und Feste abgehen. Unfassbar! Ich habe mich dann noch etwas im VIP-Bereich verköstigt mit Schokoladen-Fondue und so weiter... :-)
Nach etwa zwei Stunden habe ich dann das Fest ebenfalls verlassen und habe beim Rausgehen die Schlange vor dem Fest gesehen. Diese war mindestens 150 Meter lang. Es war da bereits halb 4 und um 6pm war das Fest ja bereits zu Ende. [Ironie] Das hat sich gelohnt! [/Ironie] Fazit: Das Original ist viel besser und für die nächsten Jahre müssen die Organisatoren einiges mehr bieten!
Mit dem Bus ging es dann direkt in die Downtown von LA. Diese ist ja berüchtigt, aber ich fand es dort ganz angenehm. Ich denke abends sollte man diesen Bezirk aber meiden. Die Downtown ist irgendwie wie alle anderen Downtowns in den USA: Quadratrisch, praktisch - hässlich! Die Häuser sind schon ziemlich heruntergekommen aus vergangenen goldenen Zeiten! Immerhin ist der Wille erkennbar, mit neuen Bauten etwas mehr Leben und Schönheit nach Downtown zu bringen. Auch das Gebäude meiner Kollegen von der LA Times habe ich entdeckt.
Downtown ist übrigens fest in der Hand der Mexikaner - der größten Bervölkerungsgruppe in Los Angeles. Im Prinzip ist es ein großer mexikanischer Basar mit vielen kleinen Läden. Da heute Mexiko gegen El Salvador gespielt hat (WM-Qualifikation), standen viele Mexikaner versammelt vor den Fernsehgeräten und schauten Fußball. El Salvadorianer (!?) waren übrigens auch viele zu sehen...
In einem kleinen Laden gab es dann mexikanische Fußball-Trikots zu kaufen. Und auch das Trikot (wenn auch schlecht gefälscht) von einem deutschen Team gab es! Nein, nicht Bayern - sondern Stuttgart! Ricardo Osorio und Pavel Pardo sei Dank! Mit dem Verkäufer habe ich ein bisschen über Osorio geredet, der hat heute anscheinend ziemlich gut gespielt. Naja, sollte er beim VfB auch mal!
Nach dem Schlendern durch die Straßen (inklusive Little Tokio und Chinatown) ging es dann in Richtung Bahnhof. Vor dem Bahnhof fand aber ein mexikanisches Fest statt mit einem gemütlichen kleinen Markt und einem Gesang-/Tanzfestival. Dort habe ich den Nachmittag ausklingen lassen und etwa zwei Stunden die Atmosphäre genossen. War wirklich hervorragend dort!
Zum ersten Mal bin ich dann mit der U-Bahn hier gefahren. Diese und auch die Bahnhöfe sind zu meiner Verwunderung äußerst sauber gehalten und werden viel genutzt. Allerdings ist das Netz sehr klein und zum Meer komme ich damit zum Beispiel gar nicht! Die Tickets für den Nahverkehr (Bus, Bahn) kosten hier übrigens immer 1,25 Dollar pro Fahrt. Egal wie weit, egal wohin!
Morgen, also am Sonntag, werde ich dann endlich mal zum Strand kommen. Das Busfahren dahin dürfte zwar ziemlich nervig werden, aber wird bestimmt trotzdem genial. Die Kamera ist frisch aufgeladen... ;-)
Euch wünsche ich mal wieder regenfreie Tage, bis dann!
Andy
P.S: Heute habe ich auch noch rausgefunden, dass der Regisseur von der Schauspielschule gestern, normalerweise zum Beispiel mit Gwen Stefani und Geri Halliwell zusammenarbeitet. Sein Können hat man ihm auf jeden Fall angemerkt! In der Galerie sind auch wieder neue Alben zu sehen!


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